aroma-studio
Der Geruchsinn
Auf Französisch heisst riechen sentir und se sentir sich fühlen ! Eigentlich sagt dies schon alles
aus. Nicht nur die sprachliche Verkoppelung ist sehr eng, sondern auch die Praxis zeigt, dass der
Riechsinn untrennbar von unserer Gefühlswelt ist.
Trotzdem, über den Geruchsinn wissen wir sehr viel weniger als über die Funktionen der anderen
Sinnesorgane wie Sehen, Hören, Tasten und Schmecken (letzterer hängt ja sehr eng mit dem Riechen
zusammen) Aber alle Sinne gehen von ein und der selben Empfindung aus ; angenehm/positiv oder
unangenehm/negativ !
Obwohl der Riechsinn in unserer Kultur als ‚der niedrigste’ gilt, der am wenigsten geachtete und
beachtete unserer Sinne, wurde unser Riechsystem in der Evolution als erstes entwickelt; ist somit
das älteste – das ursprünglichste Sinnesorgan. Denn bevor die Lebewesen sehen oder hören konnten,
konnten sie riechen. Tiere und Menschen der Vorzeit waren auf ihren Geruchsinn angewiesen, weil
sie durch das Riechen zu wichtigen Infos kamen >> über die Nase wurde ein Brandherd oder
andere Gefahren wahrgenommen, ein Wetterwechsel erkannt, oder die Nase führte Jäger und Sam-
mler zu ihren Mahlzeiten. Im Tierreich ist dieses Wahrnehmungsvermögen nach wie vor sehr veran-
kert und entscheidet über Leben und Tod. Denken wir nur an ein neugeborenes Kätzchen. Obwohl
„nichtwissend“ und blind, führt es sein Geruchsinn zu den Zitzen der Mutter, rsp. primäre Nahrungs-
quelle aller Säugetiere.
Leider ist uns Menschen im Laufe der Zeit ein derart ausgeprägtes Riechvermögen abhanden gekom-
men - unser Geruchsinn ist sogar kurz vor dem verkümmern. Natürlich riechen wir, wenn uns der
Hunger plagt, den Duft eines feinen Essens noch bevor wir den Braten im Ofen sehen, genauso
nehmen wir den betörenden Duft von Veilchen wahr, noch bevor wir die unscheinbaren Blümchen
zu Gesicht bekommen haben. Vielleicht macht sich der eine oder andere noch Gedanken zu den
unterschiedlichen Düften, welche die Jahreszeiten mit sich bringen.
Doch in der Hektik unserer modernen Zeit, vorallem Menschen die in Grossstädten leben, haben
sicherlich kaum Gelegenheit sich über solch "banale" Empfindungen auseinander zu setzen. Bei den
meisten stellt sich nicht mehr die Frage, ‚wo und wie krieg ich was essbares’, sondern vielmehr ‚in
welches Restaurant gehen wir heute’.
Ein Vielerlei an Gerüchen, Düften, Aromen haben unseren Geruchsinn längst überfordert, er vermag
kaum noch natürliche von künstlichen zu unterscheiden, auch unsere anderen Sinne sind von den
vielen Eindrücken, denen wir täglich ausgesetzt sind, heillos überfordert. Man nennt dies heutzutags
‚Reizüberflutung’ – eine schleichende Zivilisationskrankheit mit vielerlei, nicht zu unterschätzenden
Auswirkungen.
Was der Geruchsinn so alles kann
Wie gesagt, warnte er die Urmenschen vor Gefahren, führte sie zu ihren Mahlzeiten oder agierte als
Empfänger für Infos über das laufende Geschehen in der Umgebung.
Es ist bekannt, dass der Riechsinn im Mutterleib als Erstes entwickelt ist und der Embryo bereits
einige Wochen nach der Zeugung im Mutterleib Geruch wahrnehmen kann. Nach der Geburt bis ca
zur 12. Lebenswoche ist der Riechsinn sehr ausgeprägt, lässt bis zum 3. Lebensjahr nach, wird wieder
stark aufgebaut, erlebt sein Hoch bis Mitte 30ig und nimmt dann bis zu unserem Lebensende um ca
30% ab. Deshalb nennen wir Kinder oft ‚naseweis’ oder mag der Grund sein weshalb manche Oma
etwas zu viel von ihrem Kölnisch-Wasser aufträgt!
In der Umgebung von Säuglingen sollten sämtliche Düfte zart und vorsichtig dosiert werden, weil
die Kleinen minimalste Duftnuancen wahrnehmen. Auch erkennen Kinder tatsächlich, wenn ‚etwas
in der Luft liegt’, z.B. ein Gewitter, oder wenn das Parfüm von Mami dem Kind signalisiert, dass es
heute doch bitte schnell einschlafen möge, weil Mami ausgeht und ein Babysitter aufkreuzen wird.
Kinder oder auch Erwachsene merken nicht nur wenn ‚etwas in der Luft liegt’, sie merken auch wenn
‚dicke Luft’ herrscht; beispielsweise wenn jemand ein geschlossenes Zimmer betritt und ungewollt
in einen Streit zwischen zwei Menschen platzt ; obwohl dieser jemand nichts von dem Streitgespräch
mitbekommen hat, weil der Wortfluss mit der Störung abrupt gestoppt hat, ist die explosive Stim-
mung deutlich spürbar.
Was wir für Intuition oder Spürsinn halten ist oft unser Geruchsinn, denn wie Pflanzen und Tiere
produziert auch der Mensch Duftstoffe, sog. Pheromone. Inzwischen ist es sogar wissenschaftlich
nachgewiesen, dass unsere Gemütszustände sich im Körperduft ausdrücken. 3Mio Schweissdrüsen
(am meisten in Handflächen, Fussohlen, Achseln) sind verantwortlich für den einzigartigen Körper-
duft, der haargenau der jeweiligen Stimmung entspricht. Man weiss, dass diese Zustände hormonell
gesteuert werden. Bei einem Streit besispielsweise ist der ganze Körper in Aufruhr, u.a. steigt der
Adrenalinspiegel, die Ausdünstung über die Schweissdrüsen bzw. Hautporen ist weitaus intensiver
als wenn der Körper in entspannter Atmosphäre ein angeregtes Gespräch führt.
Amüsante, kleine Episoden über aromatherapeutische Erfahrungen sind bei der Hebamme Ingeborg
Stadelmann nachzulesen, die sich sehr intensiv mit Aromatherapie beschäftigt und diese auch seit
Jahren erfolgreich in ihre Tätgikeit einfliessen lässt. Vorallem beschäftigt sie sich sehr intensiv mit
dem Thema Intuition und menschliche Duftbotschaften und war daher gar nicht verwundert über
gewisse Ergebnisse namhafter Wissenschaftler, die wohl ähnliches durch Forschung erfahren haben
wie Frau Stadelmann durch Beobachtungen während ihrer Arbeit mit Schwangeren, werdenden Eltern,
Säuglingen etc.
So haben alte Volksweisheiten wie ‚ich weiss nicht, ich hab das Gefühl, mein Kind brütet eine Krank-
heit aus’ oder ‚bei den beiden stimmt einfach die Chemie, sie ist schon wieder schwanger’ eine
sehr hohe Übereinstimmung.
Auch ich persönlich glaube fest daran, dass unser Körpergeruch wichtige Botschaften aussendet und
versuche aus Neugierde und Spass am Spiel immer wieder an meinem Sohn irgendwelche markanten
Gerüchsabweichungen vom ‚normalen’ festzustellen, um zu riechen wie es ihm wirklich geht. Auch
an mir selbst habe ich festgestellt, dass es Tage gibt da reicht mir der Seifenduft der Morgendusche
absolut aus und verzichte gerne auf eine zusätzliche Beduftung meines Körpers durch eine Bodylotion
oder Parfüm oder was auch immer. Da mag ich mich riechen wie ich bin. Das sind auch dieselben
Tage, wo mir scheint, dass die Menschen die mir begegnen, viel freundlicher und offener sind als
sonst, grüssen und dabei gar lächeln und Augenkontakt halten.
Die von uns produzierten ganz individuellen Duftstoffe, sind vergleichbar mit Fingerabdrücken. Wir
können demnach über unseren Körperduft identifiziert werden. Eine Tatsache die sich vorallem die
Polizei und Rettungsdienste bzw. ihre Spürhunde zunutze machen. Viele Verbrecher konnten anhand
zurückgelassener Beweismittel die mit ihrem Körper in Kontakt waren überführt werden. Unter Geröll,
Schutt oder Lawinen verschüttete Menschen gerettet und geborgen werden. Überaus interessante
Studien mit Hunden laufen auch im Zusammenhang mit Krebserkrankung, z.B. Früherkennung im
Urin - leider sind die Forschungsgelder zu knapp.... oder die Pharma-Lobby zu mächtig...
Verblüffend fand ich folgende Tatsache, (gelesen bei I.Stadelmann Buch S.22); bei Organtrans-
plantationen muss bekanntlich das Gewebe genau übereinstimmen, damit es nicht zu Abstossungs-
reaktionen kommt, nun hat man herausgefunden dass sich sogar der Körperduft eines Menschen
durch eine solche Operation verändert.
Fazit; körpereigene Dufthormone (Pheromone) und Immunsystem haben eine enge Verbindung.
Interessant ist hingegen, dass wir die von uns produzierten Pheromone nicht einmal selbst bewusst
riechen. Dennoch sind wir mit einem Organ ausgerüstet, welches die menschlichen Duftstoffe (Aus-
dünstung) identifizieren kann; es nennt sich Vomeronasalorgan; kurz VNO (ein ca. 1cm langer und
1-2mm dicker Schlauch am Nasengrund - mittlerer Nasenmuschel. >> siehe Bild Geruchsinn.
Das VNO sagt uns aber nicht was wir riechen, da es vermutlich keinen direkten Zugang zu den
Gehirnarealen hat, sondern es gibt nur elektrische Impulse weiter. Wir erkennen nur an unserer
Reaktion, ob wir uns in der Gesellschaft bestimmter Menschen wohl fühlen oder lieber das Weite
suchen würden. Weiter lässt uns das VNO in alten Häusern wissen, dass hier schon lange keine Seele
mehr war, denn es riecht muffig und verlassen. Somit bedeutet dies, das Organ ist für unsere
Gefühlswelt zuständig und prägt demnach unser Leben ganz entscheidend. Mit Sicherheit ist der
Körpergeruch bei der Partnerwahl von ausschlaggebender Bedeutung. Achtung also bei einer
eventuell anliegenden Nasenoperation, dass der HNO-Arzt nicht versehentlich das VNO verletzt oder
entfernt, denn scheinbar ignorieren viele seine Existenz!
Die wohl verrückteste Story in diesem Zusammenhang ist wohl die Feststellung, dass selbst Sper-
mium und Eizelle die Fähigkeit von Geruchsaussendung- und wahrnehmung besitzen Zitat aus
I.Stadelmanns Buch ‚so ist lt. Prof. Hatt (Uni Göttingen) wissenschaftlich erwiesen, dass Spermien
Strukturen aufweisen, die mit unseren Riechzellen fast identisch sind. Die weibliche Eizelle sendet
Duftsignale aus, denen die männliche Samenzelle „entgegenschwänzelt“. Der Duft soll dem der
Maiglöckchen ähnlich sein!
Schon erstaunlich was die Natur sich einfallen lässt um die Spezies Mensch nicht aussterben zu
lassen. Spermien erhalten demnach bereits in der Gebärmutter den Hinweis wo es lang geht, denn
sie machen sich automatisch auf den Weg zum richtigen Eileiter. Sie wissen genau ob das reife Ei
im linken oder rechten Eileiter sitzt.
Weiter existieren Studien wonach in Scheidungsehen zu 90% ähnliche Körpergerüche vorhanden
sind, während in „Glücks-Ehen“ sehr unterschiedliche Gerüche herrschen etc (Quelle: I.Stadelmann)
Bedenklich an dieser ganzen Sache ist nur, dass manche Parfümproduzenten künstlich hergestellte
Pheromone einsetzen und bislang nicht geklärt ist ob und welche Nebenwirkungen diese künstliche
Substanzen haben....
zurück
Susanne Gasperini-Huber - Dipl. Aromatherapeutin in KöArb ISAO - Jin Shin Jyutsu-Praktikerin und Selbsthilfelehrerin - Rückführungsbegleiterin - Reiseleiterin AGT
Tel: +41 (0)44 761 16 35 / +41 (0)79 439 03 92 - E-Mail: admin@aromastudio.ch - Web: www.aromastudio.ch
Facebook
AGB
Aromatherapie
Jin-Shin-Jyutsu
Kontakt
Workshops
Downloads
Aktuell
Rückführungen